Beratung.Coaching.Therapie

Paarberatung Hamburg, Dr. Elmar Basse

Pressereaktionen

“szene hamburg”, Nr. 12/ 2005, Artikel “Es ist ein Ros’ zersprungen”

Es ist ein Ros’ zersprungen

Fröhliche Weihnachtszeit? Für viele enden die Feiertage damit, dass Termine mit dem Psychologen oder gleich dem Scheidungsanwalt vereinbart werden. Wir haben den Paartherapeuten Dr. Elmar Basse gefragt, woran das liegt und was man dagegen tun kann

SZENE HAMBURG: Stimmt es, dass die Trennungs- und Scheidungsraten nach Weihnachten ansteigen?
DR. ELMAR BASSE: In den letzten Monaten des Jahres steigt der Bedarf an Beratung und Therapie sowohl bei Einzelmenschen als auch bei Paaren in der Regel an. Eine Ursache ist dafür schon, dass die Tage kürzer werden, es weniger Licht und mehr Dunkel gibt. Die Herbst- und die Winterzeit ist auch mehr die Zeit der inneren Einkehr, des Rückzugs in sich selbst.
Zum Jahresende neigen wir dazu, das vergehende Jahr Revue passieren zu lassen, es für uns zu bewerten. Das neue Jahr steht zwar vor uns, und damit auch ein möglicher Aufbruch, aber wir spüren ihn noch nicht in uns. In der Vorbereitung darauf wollen wir ihn uns aber gerne “unbelastet” vorstellen.
So liegt es nahe, dass in uns die Idee reift, die Probleme hinter uns lassen zu wollen, um dann spätestens im Frühjahr einen Aufbruch ins Neue zu wagen.

Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Wir assoziieren die Winterzeit gerne mit häuslicher Wärme und Geborgenheit - als Kontrastprogramm zur Kälte draußen. Wir sind darum auch besonders sensibel dafür, ob die partnerschaftliche Geborgenheit und Liebe noch da ist. Alles, was damit in Zusammenhang steht, ist potenzieller Sprengstoff für die Beziehung: Wenn einer der Partner zum Beispiel stark beruflich eingespannt ist, kann das in der Winterzeit besonders auffallen, da man sich verstärkt Nähe wünscht. Auch familiäre Pflichten, gegenüber der eigenen oder der Herkunftsfamilie, rücken hier in den Vordergrund, und es wird eher geprüft, inwieweit sie erfüllt werden.
Schwierig kann es auch werden, wenn Paare “nebeneinander herleben” und die Alltagsroutine eingezogen ist auf Kosten einer partnerschaftlichen Idee, eines Projekts, einer Zukunftsvorstellung, zum Beispiel im Hinblick auf Familiengründung. Solche “Projekte” können einen eher durch den Winter tragen, weil sie mit Zukunft und Aufbruch verbunden werden. Deren Fehlen wird im Winter aber besonders deutlich spürbar, möglicherweise mit negativen Folgen für die Beziehung.

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Ist Weihnachten demnach eher ein Fest der familiären Konflikte als das gepriesene “Fest der Liebe”?
Das lässt sich generell nicht sagen, sondern ist von Familie zu Familie sehr verschieden. Das Weihnachtsfest kann eine große Chance sein - wenn man es nicht einfach auf sich zukommen lässt, sondern gestaltet. Früher wurden an den Festtagen eher die Konflikte “unter dem Deckel gehalten”, heute dienen sie mehr dazu, Ventile zu öffnen, und da können dann schon mal lang angestaute Konflikte hervorbrechen.

Was kann man tun, damit Weihnachten doch harmonisch abläuft?
Wichtig ist, nicht einfach die Augen zu verschließen und zu hoffen, dass “es schon vorübergehen wird”, sondern die Weihnachtszeit aktiv vorzubereiten. Dazu kann es hilfreich sein, die Arbeitsbelastung zu reduzieren, also nicht alle unerledigte Arbeit in die Festtage mit hineinzunehmen, “weil man da endlich mal Zeit hat”. Stattdessen sollten die Beziehung und die Familie absolut Vorrang haben. Also Zeit nehmen, sie aber auch gestalten, denn freie Zeit allein nützt noch nichts.
Gut ist es, möglichst früh gemeinsam Ideen zu sammeln, was man unternehmen möchte. Jeder für sich kann auch überlegen, ob er nicht schon vor der Weihnachtszeit dem anderen etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lassen kann - zum Beispiel durch kleine Geschenke -, statt einen ganzen Geschenkberg unter dem Tannenbaum anzuhäufen.
Und hilfreich kann es zudem sein, das Gespräch schrittweise auch darauf zu lenken, was man im nächsten Jahr gemeinsam machen möchte, denn die Gegenwart wird auch immer durch die Zukunftserwartung mitbestimmt. Und wenn das vergehende Jahr nicht so gut war, kann man darüber sprechen, wie das neue gemeinsam besser gestaltet werden kann.

Interview: Julian Klevesath

Eheberatung Hamburg: www.hamburg-eheberatung.de
Paarberatung / Eheberatung Hamburg: www.partnerschaftsberatung-eheberatung.de
Psychologische Beratung & Therapie Hamburg: www.pp-praxis.de
Partnerschaftsberatung & Paartherapie Hamburg: www.partnerschaftsberatung.de.vu

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